In den letzten 10 Jahren hat das Internet die Informationskultur revolutioniert, kaum eine Technisierungswelle hat die Menschheit je so schnell und so vollständig erreicht wie http:// und www. Doch genauso wie man in mittlerweile beinah jedem Haushalt Deutschlands Emails versenden und online Bücher bestellen kann, ist Pornographie in einem Maße zugänglich geworden, wie man es früher nie geahnt hätte.
Ein kleines Beispiel aus meinem eigenen Leben: als ich ein frecher Junge von 10 Jahren oder so war, war es ein gefährlich-verlockendes Abenteuer, im örtlichen Supermarkt heimlich in Pornoheften zu blättern. Das ging nur sekundenlang unentdeckt. Um mehr Pornos zu sehen, hätte man 18 sein oder bis nach 23:00 vor dem Fernseher bleiben müssen. Heute genügt ein Click. Ein Begriff in der Suchmaschine. Eine Sekunde und jeder Fünfjährige kann ALLES sehen: Sex mit Männern, Sex mit Frauen, Sex mit mehreren Personen und Positionen, Sex mit Tieren und Sex, der eigentlich kein Sex mehr ist sondern Körperverletzung - so lang man will und so oft man will.
Und die Internet-Community ist dankbar. Es gibt keine Statistiken, aber Vermutungen, dass ca. 40% aller männlichen Internetuser regelmäßige Pornosurfer sind. 40%. Das wären in Deutschland... sagen wir mal 4.000.000 Menschen? Die am häufigsten bei Google gesuchten Begriffe sind Suchwörter für Pornoseiten und der Pornomarkt ist der Markt, mit dem am Meisten Umsatz im Internet gemacht wird - ca. 30 Milliarden Euro pro Jahr (Quelle: www.forum.spiegel.de). Und selbst wer nicht regelmäßig Pornoseiten besucht: Webmail-Anbieter wie GMX bedienen ihre Kunden (ungefragt!) ab 22:00 Uhr mit (bewegten!) Pornowerbungsbannern, wenn man diese Funktion nicht abstellt. Von allen Seiten, in extrem vielen Werbungen springt uns nackte oder halbnackte Haut an. FINDET IHR DAS NORMAL?
Warum schreib ich all das? Weil es nicht normal ist, sondern einfach nur gefährlich.
Was sagt die Bibel über Pornographie?
Das Fenster zur Seele
Jesus sagt: "Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein." (Mt 6,22) Was bedeutet dieser Satz? Er bedeutet, dass das, was durch das Auge in uns reinkommt, Einfluss auf "den ganzen Körper" - den ganzen Menschen hat.
Warum ist das so?
Eine gute Antwort findet man bei der Lernforschung. Dort ist schon lange bekannt, dass visuelles Lernen eine der wichtigsten Lernformen ist. Also: was man nur hört, bleibt lang nicht so gut im Kopf wie was man sieht. Klar - die Bilder von den brennenden Türmen des World-Trade-Centers haben wir alle noch im Kopf, auch wenn wir nicht mehr wissen, von wievielen geschätzten Todesopfern man bei den ersten Nachrichtensendungen am 11.9.01 ausging. Was man sieht, das bleibt in Erinnerungen und prägt das Denken. Pornos zeigen Bilder, die Signalwirkung haben: unser kognitives System ist darauf geeicht, auf Dinge wie Blut oder eben nackte Körper auf eine bestimmte Weise zu reagieren. Pornos zeigen Bilder, die sich in unser Gedächtnis einätzen und dort unter Umständen ein Leben lang bleiben können.
Der erste Schritt zur Sünde
Im Jakobusbrief finden wir eine ziemlich präzise Erklärung, wie Sünde entsteht. Dort heißt es, dass niemand von Gott in Versuchung geführt wird, sondern dass wir uns unsere Versuchungen schon selbst einbrocken. Und zwar wie? "Jeder wird von seiner eigenen Begierde, die ihn lockt und fängt, in Versuchung geführt. Ist die Begierde dann schwanger geworden, bringt sie die Sünde zur Welt; ist die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor." (Jak 1,14f.) Die Logik der Bibel ist ziemlich einfach: Blicke beeinflussen Gedanken und Gefühle und bewirken Begierde. Begierde wird größer und größer und bringt Sünde hervor.
Das Problem: Ehebruch
"Ehebruch" ist ein großes und ganz schön schlimmes Wort. Es bedeutet, das Versprechen, sich ewig zu lieben und treu zu sein, zu brechen. Es bedeutet, dass eine Beziehung endet, Vertrauen missbraucht wird. Familien zerstört, Kinder traumatisiert und Lebenslinien zerrissen werden. Wir sind in der heutigen Gesellschaft so gewohnt, dass Ehen geschieden werden, dass wir kaum mehr spüren, wie schlimm es ist, wenn Menschen ihr Treueversprechen brechen. Wenn Kinder miterleben müssen, wie ihre Eltern sich trennen. Jeder Psychologe weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Scheidungskind kriminell oder psychisch krank wird, deutlich höher ist als bei einem Kind aus einer intakten Familie... - und doch ist Scheidung normal, akzeptiert. Jesus ist - wie immer - sehr radikal. Er sagt: wenn Du eine Frau oder einen Mann nur mit sexuellen Gedanken ansiehst, hast Du schon Ehebruch begangen (Mt 5,27). Dieses Wort ist extrem hart. Doch ein Porno anzusehen, ist Ehebruch, nicht mehr und nicht weniger - es geht um die gleiche Sache.
Warum ist Porno Sünde?
Pornos ansehen ist nicht deshalb schlecht und gefährlich, weil es Sünde ist. Sondern es wird "Sünde" genannt, weil es gefährlich und schlecht ist. Nochmal: Gott verbietet nicht Dinge, weil er einfach Bock hat, die zu verbieten. Sondern er verbietet sie, weil sie uns zerstören. Sünde ist das, was Menschen unfrei und lieblos macht, Beziehungen zerstört und Personen entwürdigt. All das macht Pornographie. Einige Gründe, warum Pornos so gefährlich sind:
1. Pornos zerstören Beziehungen
Pornos bewirken, dass Beziehungen zerbrechen, weil die Partner in Gedanken fremdgehen. Und was in Gedanken beginnt, endet oft und deutlich leichter in der Tat. Zwei aktuelle australische Studien belegen den Zusammenhang von gescheiterten Beziehungen und Internetpornographie. Internet-Untreue (z.B. in Flirt-Chatrooms etc.) spielt angeblich bereits in 5% aller Scheidungen eine Rolle.
2. Pornos machen abhängig
Pornographie macht extrem süchtig, und zwar psychisch und geistlich. Was bedeutet das? Als Christen erkennen wir hinter zur Sucht gewordenen Sünden auch geistige Mächte, die die Seele des Menschen in Sklaverei halten. Pornos vergiften das Denken und Fühlen abhängiger Menschen und treiben sie dazu, Dinge zu tun und viel Geld auszugeben für Dinge, die sie eigentlich zutiefst anekeln.
3. Pornos kosten viel Kraft
Wer Pornos konsumiert, dessen Denken wird davon beeinflusst. So wie es einfacher ist, auf einer geraden Autobahn zu fahren, als auf einer kurvigen Landstraße, so ist es viel einfacher mit einem Kopf, dessen Gedanken in die richtige Richtung gehen, als mit einem Kopf, dessen Gedanken man ständig "zurücklenken" muss. Pornos bringen einen ständig dazu, an Dinge zu denken, die nie wahr werden können (wie würde diese oder jene Person wohl nackt aussehen, wie wäre Sex mit xy?). Sie bringen einen zu Tagträumereien, die Zeit und Energie kosten und die man doch (meistens) nicht in die Tat umsetzen kann (zum Glück!). Sie blockieren das Denken und halten es gefangen.
4. Pornos vergiften den Umgang mit anderen Menschen
Stell Dir vor, Du weißt, dass eine andere Person Dich ansieht und dabei nur daran denkt, wie Du wohl nackt aussiehst... Fühlt sich das gut an? Vielleicht findest Du diesen Gedanken garnicht so schlimm... Aber verbinden ihn mit dem Gedanken, dass diese Person keinerlei Interesse an Deiner Meinung, Deiner Geschichte, Deinem Namen und Deinen Gefühlen hat. Du bist für ihn ein geiles Stück Fleisch, das er gerne benutzen und beschmutzen würde, um es dann wieder los zu sein. Noch immer ein tolles Gefühl? Genau diese Art, auf Menschen zu blicken, übst Du ein, wenn Du Pornos ansiehst. Der nackte Körper eines Menschen zeigt ihn in seiner Verletzlichkeit, seiner Würde und seiner Intimität. Einen Menschen - nackt oder angezogen, besonders aber nackt - als ein Objekt zu betrachten, als ein Genussmittel, zieht seine Würde in den Dreck.
Machs konkret!
Und nun? Machs konkret. Werde ehrlich Dir selbst gegenüber! Wie oft besuchst Du - und sei es nur für Sekunden - Pornoseiten? Wie oft zappst Du "versehentlich" auf Kanäle im TV, von denen Du doch weißt, was um 23:00 zu erwarten ist? Wieviele Sekunden bleiben Deine Augen auf diesen Werbebannern (warum hast Du sie noch nicht abbestellt)?
Pornographie vergiftet Deine Gedanken, macht Dich unfrei und bewirkt, dass Du Dich dreckig fühlst. DU HAST DAS NICHT NÖTIG. Schmeiß diesen Müll noch heute aus Deinem Leben, aus Deiner Festplatte, aus Deiner Schublade. PORNOGRAPHIE ist KEINE LAPALIE, kein Kavaliersdelikt, sondern eine tödliche dämonische Macht. Gib der Sünde keinen Raum, gib dem Teufel keinen Raum in dem wertvollsten, das Du hast: Deinem Herzen, Deinen Gedanken, Deinen Gefühlen.
Sehnsucht nach Reinheit?
Du hast Sehnsucht nach Reinheit? Die gute Nachricht ist: jeden neuen Tag steht eine weite Tür der Umkehr für Dich offen. Gott vergibt und vergisst, er schenkt neuen Anfang. Aber warte nicht bis morgen. HEUTE. Jede neue Sekunde Porno hat Auswirkungen auf Deine Ewigkeit, jede Sekunde verpestet etwas in Dir.
Drei Waffen
Es gibt drei Waffen, die Dir helfen, in sexuellen Sünden siegreich zu sein:
1. Beichte. Beichte jede dieser Sünden. Beichte sie immer wieder. Das tut weh, aber hilft. Garantiert.
2. Eucharistische Anbetung. Die ist das Gegenteil von Pornographie: es ist der total reine Blick eines total reinen Menschen. Im Blick auf diesen reinen Leib Jesu können Deine Augen heil werden von all dem Müll, der durch sie in Dein Herz gedrungen ist.
3. Bibel. Das Wort Gottes erneuert Dein Denken. Lies die Bibel. Bete Bibelstellen. Lerne sie auswendig. Mit jedem Wort durchtränkst Du Dein infiziertes Inneres mit einem heilenden Desinfektionsmittel.
Leute: Sünde macht Dich kaputt. Sünde ist scheiße. Heiligkeit ist genial. Lasst uns radikal sein. In diesem Punkt und in allen anderen.
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